Re: Zweitausendsiebzehn

Aktivierungsberichte für Bayern (Mittelgebirge) - DA/BM oder DM/BM
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dj9mh
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Re: Zweitausendsiebzehn

Beitrag von dj9mh » Mi 15. Nov 2017, 09:55

Meine Ausführungen 2016 hatte ich mit mehreren Behauptungen beendet. Was ist daraus geworden?

Neue GMA-Creationen

Ja, den im Herbst 2016 in die Liste besuchenswerter Hügelchen aufgenommenen Spitzelberg an der Grenze meines Unterfranken zu Oberfranken ging ich mutig gleich als Erstaktivierung an einem sonnigen Märztag an. Die üblichen Verdächtigen lagen auf der Lauer und auf 40m CW kamen sogar ein paar Germanen ins Log. Auch etwas S2S gelang. Fast wäre allerdings im Vorfeld dieser Aktion diese Erhebung zur Familientragödie 2017 geworden. Auf dem Weg zu ihrem OV-Abend wollte ich der XYL zeigen wie schön es dort oben über dem Maintal ist. Es war dämmrig und der Gegenabstieg holprig. Gute Voraussetzungen also um ein wenig zu stolpern und buchstäblich auf die Schnauze zu fallen. Nix wurde es mit Ausblick, dafür nahmen fürderhin die Artzbesuche zu. In der Röhre wurde Wochen später ein fast schon verheilter Lendenwirbelbruch diagnostiziert. Sie ist aber nochmal davongekommen!

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Weniger spektakulär war mein Vorhaben 2017 damit zu beginnen die unbefunkten GMA-Zwerglein rund um meinen Schornstein heinzusuchen.
Es hat sich bewährt einen Spionagefamilienausflug vorzuschalten ehe man sich auf einen Funkhügel begibt auf dem im besten Falle nur Bäume herumstehen und bei weniger Glück erst Brennnesselfelder oder Brombeerhecken umschifft werden müssen. Nun, der "Kleine Haßberg" machte es gnädig und konnte mit zufriedenstellendem Erfolg per Waldlichtung auf seinem höchsten Punkt den Weg in mein Log finden.

60m

Was ich mir für 2017 noch vorgenommen hatte war das neue 60m-Band für DL-QSOs zu nutzen. Der Anfang war mit zwei Händen QSOs verheißungsvoll. Leider war das aber eine Eintagsfliege. Bei weiteren Aktivierungen ging wenig bis gar nix auf dieser Welle.
Nicht aufgeben Hajo! 2018 mehr Werbung machen ! Oder ?

Versprechen nur halbherzig gehalten

Dass ich die im Laufe der letzten Jahre in den Katalog von GMA von mir aufgenommenen Hügelchen alljährlich selber auch befunken würde, blieb leider unerfüllt. Der Ausreden sind viele.
Immerhin hat mein weiteres Versprechen nicht mehr so viel mit dem Auto anzureisen, sondern möglichst oft das eBike zu nutzen doch mehrheitlich zu Besuchen meiner Bergschöpfungen geführt.
Meine zwei Burgen schenkte ich am 1. Mai in den Abendstunden den COTA-Jägern. Meine Bramburg allerdings, die 2016 ihrer SOTA-Würden beraubt wurde, landete in meiner Prioritätenliste so weit hinten, dass ihre Re-SOTA-isierung wegen herbstlicher Schlechtwetterverhältnisse an mir abprallte. Naja, 2018 dann halt gleich, gell!

Zu Mehreren machts auch mehr Spass

Las ich doch da im GMA-Alert, dass zwei mir dem Call nach geläufige aber noch nie von Angesicht zu Angesicht begegnete Frischluftfunker den Stirnberg in der Rhön erstaktivieren wollten. Die XYL war für eine kleine Nostalgie-Wanderung zu gewinnen. War doch der Stirnberg jener Hügel auf den man in den golden Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts völlig legal mit dem Auto hochfahren konnte. Während die Kinder herumtollten, vertrieb sich die XYL -übrigens damals wie heute- die Zeit mit dem Inhallieren schöngeistiger Literatur. Ich durfte mich derweil mit ein paar Watt und HB9CV auf dem Autodach in der 2m-Welt tummeln.
Heutzutage ist dort eigentlich alles verboten. Zum Schutze des Birkhuhnes wurde vor nunmehr über 30 Jahren ein Naturreservat geschaffen aus dem man die Menschen möglichst draußen halten will. Das Birkhuhn hätte dennoch nicht überlebt, wäre nicht ab und an frisches Blut aus Skandinavien zugeführt worden.
Zurück zu unserem Spaziergang. Die Karre wurde an einem der beiden Parkmöglichkeiten abgestellt und dann war erst mal eine längere Wanderung angesagt. Der Stirnberg selbst fristet heute sein Dasein mit allerlei Betretungsverboten. Folgerichtig wurden die beiden hessischen Aktivierer am Rande des Berges, aber noch in der Aktivierungszone, ausgemacht.
Sich mit ein paar dummen Sprüchen derat wie "was machen Sie da ?" oder " wie weit geht das denn ?" anzubiedern, ging daneben. Wahrscheinlich waren meine Darbietungen zu sehr insidermäßig und wir lüfteten schnell unser Inkognito. Weil man gerade vollauf damit beschäftigt war eine weitere Antenne zu errichten und die Station A beschäftigungslos war, durfte ich ein wenig die Taste schwingen und kam so in den Genuß einer Mit-Erstaktivierung.

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blauer Himmel und eine funktionsfaehige Antenne was willste mehr

Der Wildbrethügel in der Eifel ist auch so ein naturgeschütztes Gehege wo man fast nirgends hin darf. Immerhin gibt es aber keine Antifunkvorschriften. Während also unsere Damen wichtige Aussichtspunkte aufsuchten und DL8OH und DF8KY sich um Orchideen kümmerten blieb mir als Botaniklegasteniker die Tisch-Bank-Kombination zu Funkzwecken zu nutzen. Dass mir dabei die Antenne abriß, was den Ingenieur der Truppe zum Entwurf einer vemeintlich unkaputtbaren Neucreation veranlaßte, sei am Rand erwähnt.

Der mich zu SOTA / GMA / DLFF / COTA brachte

Doch ja, es sind die Zufälle denen man manchmal nur etwas nachhelfen muß. DK1AX hat mich recht schlitzohrig im Jahre 2012 zum Bergfunken gebracht. Und nun ergab es sich im Sommer 2017, dass er hier um die Ecke für ein paar Wochen weilte. Da lag es doch nahe seine freien Stunden mit etwas Besuchen auf diesem oder jenem Berglein zu zieren.
Los ging es mit dem Totnansberg, der bei mir seit Jahren im Dauerangebot ist, weil da mein DARC-OV auf der nahegelegenen Kissinger Hütte einen OV-Abend zelebriert. Im Vorfeld wird dann immer SOTA aktiviert und dieses Jahr waren wir mit insgesamt drei von einander unabhängigen Stationen dabei. Mer gönnt sich ja sonst nix!
Ehe wir als unsere Nummer drei gemeinsamer Aktivierungen aber zum AGCW UKW-Event einen Auftritt auf GMA Ebersberg ins Programm nahmen erwischte uns die neue Zeit. Und das kam so.

Nach 60m und JT / FT8 nun auch noch VK-Schlag mich tot

Um meine XYL nicht vor lauter Berggefunke auf die Palme zu bringen schoben wir einen Besuch des Kreuzberges ein. Dort, auf dem heiligen Berg der Franken, kann man herrliche Ausblicke und deftige Küche / Keller genießen. Um den Haussegen nicht doch zu gefährden blieb jeglicher Funkkram zu Hause. Ihr glaubt es nicht, aber dem SOTA-Gott war das zu viel der Abstinenz. Jedenfalls platzierte er neben dem Gipfelkreuz einen jungen Mann aus OE9, der an einem Plastikmasten eine Ukw-Antenne befestigt hatte. Bis dahin nix soooo Besonderes. Aber das was er da zu sagen hatte tippte er hinterher in das am Boden liegende Händi. Da hättet Ihr mal Klaus-Dieter sehen sollen wie schnell er um Zettel und Bleifstift bat um sorgfältig zu notieren wo im Internet man sowas kriegt. Schon am nächsten Tag kam die Erfolgsmeldung. Meinem Smartphone wurde dann auf der Autobahn und auf dem Befahrersitz meines Autos zuteil, was man heute glaubt als fortschrittlicher Bergfunker nutzen zu sollen.
VK port-a log. Darauf schwören viele und ich will mich doch nicht vom Fortschritt abhängen lassen. Als wir dann im nahen Osten, also auf der Geba, angekommen waren konnten wir beide, mit unterschiedlichem Erfolg, die Premiere elektronischer Loggerei zelebrieren.
Naja, die Geba 2017 hatte es auch sonst in sich. Nachdem wir dem Platzverweis des Grundstückseigentümers durch das Versprechen entgangen waren
a) künfig vorher zu fragen
b) ausreichend Bier, Soljanka, Kaffee und Kuchen bei ihm zu erwerben
zickte die neue unkaputtbare Antenne. Genau da wo es am blödesten zu flicken ist, nämlich da wo das Drähtchen zur Seele der Koaxbuchse angelötet war, gab es Bruch. Da ist es doch clever wenn man noch eine Zweitantenne im Kofferraum hat und die Karre nicht unendlich weit weg geparkt wurde.


der Behmerwoid

Und es begab sich, dass im August 2017 eine bunte Gesellschaft aus Familie und Funkfreunden mit uns die 10. Anwesenheit in Lam im Bayerischen Wald mit uns feiern wollte. Stimmt so zwar nicht ganz, Liest sich aber gut, gell!
Klar, dass alles was so sotamäßig an Funkutensilien unter dem Jahr die Garagenecke ziert nun im Kofferraum unseres PKW mit wollte.
Klar auch, dass die Anzahl fehlender Bayerwaldberge was Bergfunkaktivitäten angeht zu reduzieren war.
Um unsere Kondition nicht gleich zu verpuffen war der Startberg der Schwarzriegel. Man erreicht ihn von der Bergstation der Sesselbahn aus nach etwa 20 Minuten Gehzeit bei mäßiger Steigung. DF8KY war das zu bieder und er versammelte jene Gehwilligen um sich, die den Sessellift in weitem Bogen links liegen lassen wollten. Es wurde wohl mehr so eine Abenteuerreise und ich hatte schon Abbaugedanken, als dann der Secondoperator doch noch in die Taste griff. Dennoch: fürn Anfang goldrichtig.
Wie oft wir auf dem Arber waren läßt sich nicht nachzählen. Sogar einen Marconicontest habe ich dort mit einer Gruppe aus der Oberpfalz absolviert. Aber SOTA ? War noch nicht. Um die Nichtfunker nicht über Gebühr zu belästigen und weil wir ja auch noch einen weiten Abstieg im Plan hatten,fuhren also DF8KY und ich Bergbahn. Gemütlich errichteten wir unser "Shack" bei der Bayerwaldhütte und während der eine funkte mußte der andere die Fragen der Touristen beantworten. Buissness like often!

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Links geben und rechts schreiben oder VK-port a log bedienen

Ansoruchsvoll wurde es mit dem Rachel. Da gibt es irgendwo einen Großparkplatz und einen Shuttlebus zum Fuße des deftig steilen Anstieges. Schon etwas verwegen eine frisch gebackene Urgroßmutter dort mit hinauf zu führen. DF8KY war schon mit Funken fertig als wir eintrudelten und DL8OH versuchte gerade vergeblich der "Handfunke" SSB zu entlocken. Es wurden mehr als meine vier "Pflicht-QSOs". Daheim mußten wir dann noch zur Kenntnis nehmen, dass dieser Berg, sowie sein Nachbar im Naturpark Bayerischer Wald liegen und Funken in einer ziemlichen Grauzone sein Dasein zu fristen hat.
Der Abstieg auf der Ostseite des Rachels ist eine Wucht. Landschaft pur und die Höhepunkte Bergkappelle und Seeblick entschädigen für die Mühen. Dass DL2MY heil runter kam ist auch eine Geschichte für sich. Hatte doch ein Schild oben am Einstieg zum Abstieg darauf hingewiesen, dass gutes Schuhwerk vonnöten sei. Für Berufspessimistinnen der pure Horror. An meinem Arm wären wir heute noch unterwegs, weil sie ihre ganze Kraft auf Wortschwall zu den Themen "idiotisches Bergwandern" und "Sch.....Amateurfunk" sowie einer Kombination aus diesen beiden verwendet hätte. Am Arm von DF8KY war sie handsam und voller Energie diesen vorletzten aller Shuttlebusse noch zu erreichen.
Als ich übrigens, wie gewohnt, die paar QSOs von DL8OH bei GMA eintippen wollte geriet ich in die Abseitsfalle. Der Gute war zuvor nur einmal outdoor qrv und das war der SOTA Kreuzberg. Hat da Mario mit "die Mehrzahl der Aktivierungen sollten GMA sein" einen "Unschuldigen" abgewiesen ? Mich trifft's nicht. Meine Hügelchen stehen eher selten auch im SOTA-Kalendarium.

Schlußpunkt Zwercheck

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Blick vom "Naturkino" Zwercheck zum Osser (S2S !)

Als Schlusspunkt der Bergfunkwoche im Bayerischen Wald hatten sich die Freunde den Osser gewünscht. Weil ich da schon war, aber vom Vorjahr her das Zwercheck als tollen Aussichtsberg in der Erinnerung mit mir trug, wollte ich stattdessen lieber dort hin. Verlockend auch, dass da eine Doppelaktivierung mit einem böhmischen GMA möglich gewesen wäre. Unsere tschechischen Freundinnen wollten den Alten nicht alleine auf den Berg gehen lassen und schlossen sich mir -nicht ganz uneigennützig- an. Während ich nömlich im sogenannten Naturkino HF produzierte füllten sie allerlei mitgebrachte und meine Transportbehältnisse für den Funkkram mit Heidelbeeren und Pilzen.

Loggen

Es gibt vielerlei Möglichkeiten seine Bergfunk-QSOs in Datenbanken oder im eigenen Log abzulegen. Ich wundere mich allmonatlich darüber wer mir, oft zum x-ten Mal, noch Papier-QSLs schickt. Artig beantworte ich die und ich toleriere auch, dass es durchaus Gründe gibt 2017 auf alte Weise Funkkontakte zu bestätigen. Für die unter uns, die zeitgemäß agieren, gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten. Wer auf dem Berg elektronisch loggt schickt sein ADIF zu GMA. Es ist eine Sache der Programmierung was da übertragen wird.


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Wer anderweitig z.B. in HamOffice eingibt kann ebenfalls ADIF bei GMA einspielen. Ich bleibe vorläufig dabei zu Hause in Ruhe einzutippen. Von GMA aus kann ich dann SOTA, eQSL, LOTW, Clublog, DLFF, COTA und mein Gesamtlog (HamOffice) bedienen. Und warum schreibe ich das jetzt? Dies ist der Werbeblock Leute, denn im GMA-Forum (loggen) habe ich mir vor zwei Jahren einen abgebrochen und möglichst detailiert beschrieben wie und wohin. Leider sind mir meine schönen Bebilderungen abhanden gekommen. Ich täte sie reaktivieren wenn sich irgendwer dafür interessiert.



und sonst noch ?

Einer meiner Lieblingssprüche ist, dass es ja auch noch ein Leben neben dem Amateurfunk -und sogar eines vor dem Tode- gibt !
Als Erweiterung darf getrost angefügt werden, dass es auch Amateurfunk neben SOTA gibt.
Als überzeugter Schönwetterfunker werde ich den Teufel tun und ins Gelände gehen wenn es regnet, gar schneit oder sonstige Wetterunbilden im Angebot sind. Da ich auch zu Hause ordentliches, wenn auch in die Jahre gekommenes (wie der Herr so....) Equipement mein eigen nenne, kann ich mich durchaus auch anderen Facetten des Hobbies widmen. Wenn mir gerade danach ist, dann betätige ich mich auch mal als Chaser. 2017 aber machte eine neue Betriebsart mit Namen FT8 von sich reden. In wenigen Wochen hatte ich "full house" DXCC und damit wird das in 2018 höchstens noch eine Nebenbeschäftigung. Von 60m hatte ich mehr erwartet; aber es ist ja noch nicht aller Tage abend.

Resume

a) Spätestens am Zwercheck kam ich zur Erkenntnis, dass Loggen mit Smartphone, wenigstens für mich, zu viele Schwachstellen hat. Dort war es im gleisenden Sonnenlicht schlichterdings unmöglich auf dem Bldschirm irgendwas zu erkennen. Der Effekt ist mir von Rucksackradio her schon geläufig. Da hilft dann manchmal kurzeitig ein schattiges Pläzchen aufzusuchen. Das ist aber für den Funkaufenthalt an einem sonnigen Platz schlicht nicht möglich.

b) Was 60m anbelangt lasse ich mich noch nicht entmutigen ob der diversen Leerzeiten.

c) Weitere unbefunkte Hügel rund um unseren Kirchturm aufzusuchen wird wohl höchstens auf Sparflamme in die Tat umgesetzt werden.

Schaugnmermoi; na sehmers scho !

Hassfurt 14.11.2017

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