GMAC-Thread

alles zu Conteste, Regional-Wettbewerbe .....
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dl4mfm
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Re: GMAC-Thread

Beitrag von dl4mfm » Di 11. Jul 2017, 00:00

Sehr cool - Glühwürmchen in Massen habe ich mal mit Bettina (XYL) zur Sommersonnenwende an und um die Externsteine erlebt. Der ganze Wald hat getanzt ;)

ich hoffe dann mal, dass im August vernünftiges Wetter ist, ich habe ein bisschen aufgestockt ...
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dg7acf
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Re: GMAC-Thread

Beitrag von dg7acf » Di 11. Jul 2017, 07:09

Mario,

Du willst wohl Kilometer machen? ;)
Würdest Du mal einen Thread aufmachen, in dem Du Deine VHF-Antennen beschreibst? Vor allem die Weidezaunisolator-Befestigung interessiert mich.
Ich muss nämlich meine Antenne demnächst mal überholen oder neu konstruieren, je nach Ideenlage. Zurzeit benutze ich eine Steckkonstruktion aus Alu, Kupa-Rohr und Büschelsteckern/-buchsen.

Ahoi
Pom

Edit: Der QRL-Proxy hat das Youtube-Video blockiert. Ohne Proxy zu Hause bleiben keine weiteren Fragen. :oops:
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Re: GMAC-Thread

Beitrag von dg7acf » Mi 2. Aug 2017, 11:50

August 2017

DP9X
DM/NW-026 Kahler Asten 841 m JO41FE
50 W @ 5-Ele Yagi

ODX
G4CLA IO92JL 679 km

S2S
DB7MM/p DA/TH-882 203 km

Der Kahle Asten ist aus Funk- und Fernsehwetterberichten gut bekannt und nur um wenige Höhenmeter nicht der höchste Berg in NRW. Die QSOs sind trotz der Höhe recht einfach verdient, denn man kann bis auf die Kuppe fahren und sich auf einem Spaziergang in der weitläufigen Aktivierungszone ein geeignetes Shack suchen. Wir haben uns dabei gebildet und sind den Heidelehrpfad bis zur Preiselbeere gegangen: Ein lauschiger Platz am Nordhang mit exzellentem Horizont von PA bis SM - perfekt für den Dienstags-GMAC. In die anderen Richtungen ist der Take-Off bestimmt auch sehr gut, aber der Nordhang liegt ein paar Höhenmeter unter der Kuppe, so dass meine Antenne in die Richtungen (gerade Süden) wohl nur so eben über den Berg geguckt hat. Viel Ground Gain in den westlichen und nördlichen Richtungen durch abfallendes Gelände war mir aber wichtiger als gute Sicht nach Süden.
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Das Wetter war fast 1A. Nörgler hätten sich etwas weniger Wolken und einen um 30 % reduzierten Wind gewünscht. Die Gewitterfront war bereits extrem romantisch in der vergangenen Nacht über die Gegend weggezogen und nachdem es am Dienstag bis 1500 Ortszeit beinahe ununterbrochen geregnet hatte, war wohl für den Abend kein Regen mehr übrig und es blieb die gesamte Aktivierung über trocken.

Die Station war eine dreiviertel Stunde vor dem Contest bereit, so war vor dem Start noch Zeit fürs Bakenband (OZ7IGY lesbar) und zwei Test-QSOs: P2P mit DL1SMG/p bei Göppingen und SK7CY mit einem Signal so laut wie auf meinem Hausberg bei Hannover. 8-)

Der Start war recht durchschnittlich: Übers Band kurbeln, die lauten Westfalen anrufen, die Pflicht für den NAC erfüllen (SK7MW um 1712) und CQ rufen. Minutenlang unbeantwortet, bis ich eigentlich fast schon wieder auf die Suche gehen wollte. Dann brach das Pile-Up aus Westfalen los. Nach dem Abebben weitere Skandinavier und der s2s des Abends mit 7MM auf seinem Stammplatz Kieferle im Thüringer Wald. Wegen meines für Norden optimierten Shacks beiderseits nur 53 trotz der nur 203 km, aber mit stabilen Signalen. Von Michael habe ich dann noch erfahren, dass DL8MEK auch am Start wäre. Gefunden habe ich Sebastian aber nicht auf dem Band.
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Aus PA kamen überraschend wenige und dann eher leise Signale. Da hatte ich mir von meinem Standort in 'Ostholland' ;) mehr erwartet. Eine westfälische Station berichtete mir aber von angehobenen Signalen aus PA. Da war ich wohl mit meinen 840 m über der Reflexionsschicht. Man kann halt nicht alles haben, wussten schon die Stones. Aber dafür müssten die Engländer ja gleich kommen, meinte er noch. Gute Idee, fand ich.

Und da war sie wieder, die selbsterfüllende Prophezeihung: Mit der festen Überzeugung, dass die Engländer wirklich gleich mal auf dem Band erscheinen dürften, habe ich mir eine weitere 'Cuppa' (engl. Slang für eine akkurate Tasse starken schwarzen Tee) eingeschenkt und prompt taucht G0AJJ aus dem Rauschen auf. Da hat sie sich genau so gefreut wie ich, obwohl das QSOs bis auf die Verabschiedung nur strikt nach IARU Weak Signal Procedure möglich war. Egal, geloggt ist geloggt.

G4CLA entwickelte sich zum Running Gag: Insgesamt vier Versuche über 30 Minuten waren nötig, um das QSO zu vervollständigen.
  • 1. Anruf: Alle anderen werden aufgerufen, nur ich nicht.
    2. Anruf: Ein paar Minuten später. Er fällt etwas stärker bei mir ein und hört mein 'X-Ray'. Nach mehrmaligem Geben meines Rufzeichens meint er, DPMX gehört zu haben, lässt sich durch nichts davon abbringen und verschwindet im Rauschen.
    3. Anruf: Noch ein paar Minuten später. Er kommt mit dem richtigen Call zurück und ich will meinen Rapport geben: "5-5.. klickklick." Stille. Batterie alle. Das BMS hat mal wieder unbarmherzig abgeschaltet. Das Wechseln des Akkus dauert zwei Minuten und dann der...
    4. Anruf: Er jetzt mit gutem Signal, entschuldigt sich dafür, dass die Verbindung vorher abgerissen ist. Ich erkläre ihm das mit der leeren Batterie. Wir müssen beide lachen, dass das QSO endlich komplett ist und ich habe damit das ODX des Abends im Log.
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Re: GMAC-Thread

Beitrag von dg7acf » Mo 16. Okt 2017, 21:10

15. Oktober 2017

WHAM-BAM, THANK YOU MAM!
Pünktlich zum GMAC-Spieltag am dritten Oktobersonntag hat Ex-Tropensturm Ophelia die Troposaison mit einem großen Hochdruckgebiet und viel warmer Luft, die sich über die kälteren erdnahen Luftschichten geschoben hat, eingeläutet. Daraus resultierten exzellente VHF-Bedingungen und der bisherige GMAC-Monatsrekord wurde an diesem Sonntag mehrmals gebrochen. Das sommerliche Wetter hat außerdem viele Aktivisten aus dem Shack gelockt. Entsprechend üppig fällt diesmal die Netzkarte aus.
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DP9X DM/NS-126 Hohe Egge 440 m asl JO42QE
50 W @ 5-Ele DK7ZB
ODX: GW6TEO IO71LP 988 km
S2S: DO1DJJ/P 279 km, DB7MM/P 314 km, DF9ME/P 444 km
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Egal, ob PA, ON, G, GW, F, OE oder OK: Alle sind laut. Tolles Wetter. Sommer, Sonne, Kaktus. Drei s2s kommen ins Log. Mit Do1DJJ/p auf DA/RP-346 reicht es gerade so fürs qso und ein paar freundliche Worte. DB7MM/p auf DM/BM-345 bringt mit seinem außergewöhnlich starken Signal meinen Lautsprecher zum Scheppern. DF9ME/p auf DM/BM-258 ist zwar leise, aber konstant, so sind hier auch ein paar Durchgänge drin. Das Duo auf DM/BM-296 hatte es nach einem QSO mit jemand anderem wohl zu eilig und hat meinen anschließenden Anruf nicht mehr gehört. Die beiden waren bei mir auch ein dickes Signal.
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Besuch hatte ich auch. Von einer riesigen, leuchtend-gelben Raupe, die meinen Stiefel erkunden wollte. Und vom Jagdpächter. Nachdem ich ihn auf Höflichkeitsformen hinweisen musste, die man einhalten sollte, wenn man Informationen von anderen Leuten bekommen möchte, sind wir ganz gut miteinander klargekommen.
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Re: GMAC-Thread

Beitrag von dg7acf » Mi 8. Nov 2017, 19:16

7. November 2017
DP9X
Bröhn ('Annaturm') DM/NS-122 405 m asl JO42SF
Ein Aktivierungsreport ganz ohne wilde Tiere.
:lol:

50 W @5 ele DK7ZB
Dichter Nebel, 3° C

S2S
DM7N DA/NI-096 98 km
DB7MM/p DA/TH-882 223 km

ODX G4ODA io92 656 km

Eigentlich wollte ich gleich wieder umdrehen, als ich am Parkplatz Nienstedter Pass ankam: Unten im Flachland war 1A Sicht, nach dem Abbiegen auf den Parkplatz nur noch eine Nebelwand. Keine 50 m Sichtweite. Aber was würden die Leute auf dem lokalen Relais sagen, wenn herauskommt, dass 'Zweimeter-Pom' wegen so ein bisschen Nebel nicht funken geht?

Beim Aufstieg wird der Nebel dichter. Die Stirnlampe ist nicht mehr zu gebrauchen, nach ca. 5 m sehe ich nur noch weiße Wand. Die Stablampe in der Hand unterleuchtet den Nebel immerhin 20 m weit. Weder die riesige Radarantenne auf dem Deister noch der Dopplerpeiler ein paar hundert Meter weiter sind zu sehen. Auf einmal stehe ich vor dem Gipfelcafé, dass ich beinahe wegen des Nebels übersehen hätte.
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Unter dem Schauer rücke ich mir eine Bierzeltgarnitur zurecht und baue die Antenne in Armstrong-Reichweite neben das Schauer. Sie scheint kaputt zu sein, denn das gesamte Band ist leer. Wo sind SK7MW, DP4D und die ganzen anderen, normalerweise brüllend lauten Stationen!? Als DF0MU mit 59+ einfällt und SK7MW doch mit 59 ins Log kommt, muss ich mir immerhin keine Gedanken mehr über meine Antenne machen. Aber das Band ist trotzdem ungewöhnlich still. Ich vermute, dass ich auf dem Gipfel kurz unterhalb der Nebelgrenze bin und meine Signal überall hin reflektiert werden, nur nicht zur Erde. Der Briefumschlag ist übrigens das einzig nennenswerte Papier, das ich dabei habe und wurde somit zum Logbuch gemacht. Das echte Logbuch hat es zu Hause immerhin trocken und warm.

Nach dem s2s mit Mario ruft Michael rein, ich identifiziere eindeutig DB7MM/p, aber zum QSO reicht es nicht, weil Michael sofort nach dem Anruf im Rauschen verschwindet, obwohl ich die Antenne schnell ausrichte. Mist! Mario hat offenbar schon weitergekurbelt und antwortet nicht auf meine Frage, ob er 7MM aufnehmen kann. Ein paar Minuten lang rufe ich Michael noch an und sage mein Nummernsprüchlein auf, aber es ist nichts mehr zu hören.
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Es kommen noch ein paar Stationen (die Südskandinavier dabei mit heftig QSB) ins Log, bis ich 7MM auf 1,6 GHz kontaktiere und nach 2m-Sked frage. Er schickt seine CQ-Frequenz zurück, ich kurbele hin und... nichts. OK, dann erstmal frischen Tee einschenken un innerlich etwas aufwärmen. Nach so zwei, drei Minuten trägt das QSB Michael hoch und wir machen das QSO schnell komplett, inkl. Austausch der Bergreferenzen und Freudensbekundungen, dass es jetzt doch noch klappt. Jeder von uns hat dann noch einen Durchgang zu condx und wx, bis das QSB die Verbindung beendet. Dass ich auf den richtigen Moment angewiesen bin, um von hier DB7MM/p auf DA/TH-882 zu arbeiten, bin ich nicht gewohnt. Doofe Bedingungen!

Dann lasse ich Mario für mich die Arbeit machen, dass OK1VVT seinen Beam nach NW dreht und mache mein QSO mit dem OK direkt im Anschluss. ;)

Als Schmankerl kommen noch F6DCD und später G4ODA ins Log. Beide Staionen habe ich den Abend über nicht wieder gehört und einen F4 höre ich kurzzeitig mit 59, aber leider im QSO. Nachdem das QSO beendet war, war sein Signal schon wieder zu leise, als dass er mich hätte hören können.

SK7CY ist ungewöhnlich leise, was wohl an technischen Problemem liegt. Im vergangenen Monat hat eine Station bereits die Vermutung geäußert, dass die ihn nicht mehr hören wollen. Nach dem Oktober-GMAC fand ich dazu passend diese Notiz im Contestlog:
Dissaster Får väl se om jag orkar reparera. Ett annat alternativ är att gå i ide över vintern.
So in etwa: Katastrophe passiert, werde sehen ob ich es reparieren kann. Eine Alternative ist, sich über den Winter Gedanken zu machen.
Keine Ahnung, was da los ist, aber diesen Monat scheinen die Schwierigkeiten weiterzugehen:
Höga störnivåer från elnätet. Missade många stationer i knastret. Strömavbrott hade varit välkommet, kör eget elverk :-)
Hohe Störpegel aus dem Stromnetz. Haben viele Stationen im Knistern verpasst. Der Stromausfall war willkommen, haben unser eigenes Kraftwerk betrieben :-)
Und wo ich die gestrigen Kommentare der schwedischen Ömer lese, weiß ich auch, warum die Signale so geschwankt haben: Viele Stationen herunter bis SM7 berichten von Auroabedingungen während des Contests, aus OZ ebenfalls. Dadurch war das Band bei uns wohl gestört, denn bis zu uns hat' die AU offenbar nicht gereicht. Oder doch? Ich hatte irgendwann auch einen sehr heiser klingenden OP aus JO43 gehört, fand dann aber, dass der zu nah dran war für AU und bestimmt nur erkältet war.
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Re: GMAC-Thread

Beitrag von dl4mfm » Mi 8. Nov 2017, 20:47

So wie meistens, war ich etwa eine Stunde qrv. Standort war "unser" alter Contest-Standort aus den 80er und 90er Jahren. Nicht besonders effektiv, dafür bequem zu erreichen. Die Antennenhöhe ist etwa 180m ü. NHN. Die Weitsicht war zwar auch etwas gebtrübt, aber nicht so sark wie bei Pom. Dennoch waren keine Positionslichter aus dem nah gelegenen Windpark im Venner Moor zu sehen.

Der Venner Berg liegt auf einem kleinen Höhenzug, der Kalkrieser Berg genannt wird und liegt direkt oberhalb des Museums "Varusschlacht" nördlich von Osnabrück, sogar noch nördlich vom Wiehengebirge und dem Osnabrücker Hügelland. Die Signale der am WNA teilnehmenden Stationen sind hier schon auffällig leiser als von meinem "Hausberg" DM/NS-108. Pom kam aber wie immer 59++++ bei mir an. Station 7 ele DK7ZB, 50W.

Die Fotos sind vom letzten Samstag, wo ich ebenfalls eine Stunde im MARCONI 144 MHz Contest qrv war. Gleicher Standort, gleiche Ausrüstung.

Geloggt habe ich mit N1MM. Dort kann man den "NAC" als Kontest wählen. Es bringt zwar kaum Vorteile (außer, dass das Log schnell zu GMA hochgeladen ist) , aber die Doppelkontrolle ist schon ganz interessant und ich konnte meinen Punktestand live beobachten. Zudem werden neue Großfelder direkt angezeigt.

Erwähnenswerte "Ausreißer" hat es im Log nicht gegeben. OZ1ALS wie immer S9 plus, SK7MW klappt auch immer mit S7 bis S9. Zufall war OK1VVT, der ebenfalls mit S9 ankam.

Pom hörte ich noch im "QSO" mit Michael ... von Michael war bei mir aber nichts zu hören, Pom hatte auch wohl so seine Schwierigkeiten :roll:

73 ... bis zum Dezember.
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Re: GMAC-Thread

Beitrag von DB7MM » Mi 8. Nov 2017, 22:30

7. November 2017
FT-817 mit 50 W PA
6ele Flexa-Yagi
Dichter Nebel, 3° C

S2S
DP9X auf DM/NS-122

Überpünktlich hatte ich um 17:32 das Kronacher QTH Richtung Kieferle verlassen. Auf der Fahrt dachte ich schon darüber nach, wie ich die Wartezeit bis 19:00 überbrücken sollte. Doch rund 7 km vor dem Ziel hat die allgemeine Bauwut auf deutschen Straßen diese Überlegung hinfällig gemacht: Totalsperre ab der Abzweigung zwischen Steinbach und Steinheid wegen Baumaßnahmen. Die Umleitung über Lauscha und Neuhaus am Rennweg hat die Strecke gleich mal verdoppelt. Nebel mit Sichtweiten von unter 100 m hat sein übriges dazu getan, meinen Zeitpuffer aufzubrauchen. Trotzdem bin ich um 18:33 am Parkplatz angekommen, also gut in der Zeit.
Der kurze Weg zum Gipfel war im Nebel mit Stirnlampe hingegen eine Herausforderung. Geblendet vom eigenen Lichtkegel war die Sichtweite rund 3 m. Mit der bereits am Auto montierten 6ele Yagi in der rechten und der Tüte mit der Abdeckplane in der linken Hand wollte ich nicht noch zusätzlich eine Taschenlampe halten. Dank zahlreicher Kieferle-Besuche war aber auch das zu meistern, genauso wie der Aufbau in der Dunkelheit. Kurz nach Wettbewerbsbeginn, konnte ich CQ rufend Jochen, DH1NFJ, um 19:04 Lokalzeit arbeiten. Auf die nächsten Rufe kamen prompt OK1TRW, DK5KMA, DK0MM, DM5CT und DG0RB zurück. Kein schlechter Start, 6 QSOs in 9 Minuten. Doch dann war die Luft raus - OZ5W war ungewohnt dünn und hörte mich bei zahlreichen Anrufen nicht. Auch sonst war von den üblichen NAC-Stationen praktisch nichts zu hören. Ich habe es auf den Nebel geschoben, der das Kieferle fest im Griff hatte. Erst gegen 20:00 schienen sich die Bedingungen etwas zu bessern und SK7MW, OZ1ALS und schließlich auch OZ5W waren mit unterdurchschnittlichen Signalen zu loggen. Auch der Nebel war zeitweise deutlich zurückgegangen. Gegen 20:15 hatte ich Pom als DP9X auf der 144,218 gefunden, aber auch wieder im Rauschen verloren, genauso wie DF0MU aus N16. Für den Sked mit DL9NDK versuchte ich mich ab 20:35 nochmal CQ rufend. Manfred kam brüllend laut mit 59+ an, doch ansonsten niemand. Dank der längeren CQ-Phasen machte sich diesmal trotz rund +3°C auch der Spannungsabfall an den 4S 4,2 Ah LiFePO4s bemerkbar und ich wechselte vom ersten auf den zweiten Akku.
Erst per SMS-Sked mit Pom kam das S2S zustande. Der kurze Ratsch nach Austausch von Rapporten, Locatoren und Referenzen ging allerdings recht schnell im Rauschen unter - miese Bedingungen. Nachdem ich sie vorher mit dünnen Signalen gearbeite hatte, waren die Skandinavier jetzt auch deutlich kräftiger - aber eben schon alle im Log. Neue Stationen - Fehlanzeige. Nach einigen Anläufen klappte es um 21:15 noch mit DL0VV in Rostock. Durch mein anfängliches 52 auf den Schlips getreten, drehte der OM seine Antenne mal Richtung Süden und schon war er 59.
Die finalen CQ-Rufe brachten mir mit JN59KV noch ein neues Großfeld - DL1NEO aus Bamberg sollte um 21:27 die letzte Verbindung bleiben. Gegen 21:45 hatte ich genug und baute ab. Am Auto angekommen mußte ich den zweiteiligen Boom der Flexa-Yagi wieder auseinandernehmen und staunte nicht schlecht: Hatte ich die Teilstücke doch falsch herum zusammen geschraubt: Ein Teil der Elemente über dem Boom, der Rest darunter. Hmm, viel wird's nicht ausgemacht haben.
Bilder gibt es diesmal keine. In stockfinsterer Nacht und Nebel hätte die Kamera sowieso nichts gebracht, also habe ich sie gleich im Auto gelassen.

Mit Mario, DL4MFM, hat's wieder mal nicht geklappt - irgendwie ist das verhext.

73 de Michael, DB7MM

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Re: GMAC-Thread

Beitrag von DB7MM » Do 23. Nov 2017, 22:22

Der Wetterbericht für den 19.11. ist nicht rosig: Nachts Scheeschauer, tags Sprühregen und Windböen bis 50 km/h. Doch als ich morgens aufstehe, ist es in Kronach sonnig und keine Spur von Schnee oder Wind. Also mache ich mich auf den Weg zu meinem bevorzugten QTH für den Sonntags-GMAC, dem Kalvarienberg in der Nähe von Pegnitz. Die Sonne verläßt mich auf der Fahrt Richtung Bayreuth, doch überrascht werde ich erst südlich von Creußen, als rund 5 cm Neuschnee den Wald am Kitschenrain in eine dekorative Winterlandschaft verwandelt - also gut, es gibt also doch Schnee. In Thurndorf biege ich Richtung Kapelle und Aussichtsturm ab, vorbei an einem Schild "kein Winterdienst". Von wegen, die Zufahrtsstraße ist perfekt geräumt.
Wie üblich parke ich das Auto rund 500 m vom Aussichtsturm entfernt, schließlich muß der letzte Teil des Wegs mit Muskelkraft zurückgelegt werden. Als ich aussteige, empfängt mich ein kräftiger Wind, der mir die 2°C Lufttemperatur eiskalt erscheinen läßt. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Mal sehen, ob ich bei dem Wind überhaupt auf dem Aussichtsturm Betrieb machen kann.

Bild

Die zweigeteilte Flexa-Yagi aus dem Kofferraum geholt, zusammengeschraubt und an den Kotflügel hinten links gelehnt. Bis ich mit Winterstiefel, Mütze, Rucksack und Antennenmast ausgestattet bin, hat schon eine Windböe die Yagi erfaßt und umgeworfen - das geht ja gut los. Trotzdem mache ich mich auf den Weg zum Aussichtsturm. Dort mahnt ein ganzer Schilderwald "Bei Schnee und Eisglätte gesperrt.", "Eisglätte Rutschgefahr", "Eisglätte Dachlawinen und Eiszapfen", "Achtung Blitzspannung! Bei Gewitter Bereich räumen / nicht betreten". Mein Gott, der Turm ist ja eine Todesfalle! Todesmutig betrete ich die ersten Stufen. Von wegen Eisglätte. Alles griffig und der Sicherheitsbeauftragte in mir beschließt, daß keine Schneeglätte vorliegt. Also ist der Turm auch nicht gesperrt. Da derzeit auch kein Gewitter aufzieht, habe ich gute Chancen den Aufenthalt auf dem Turm doch zu überleben - sollte mich der Sturm nicht herunterblasen oder ich dort oben erfrieren.

Bild

Oben auf dem Turm bietet sich ein interessantes Bild: Richtung Süden liegt bis zum Horizont Schnee, Richtung Norden ist es grün, soweit die eingeschränkte Sicht reicht. Der Kalvarienberg liegt also gerade an der Grenze des Schneegebiets. Beim Aufbau der Station achte ich darauf, daß "leicht flüchtige" Teile nie unbeschwert sind. Sitzunterlage, die Deckel der Speiseeisdosen und die Plastiktüte gegen die Nässe wären sonst schnell vom Winde verweht. Auf das Ausfahren des Masts auf volle Höhe verzichte ich ebenfalls, dafür ist es mir doch zu windig.

Bild

OK1KQH ist um 10:57 MEZ die erste Station im Log - ich bin doch etwas spät dran. Der OK-Contest ist in vollem Gang und um 11:16 bin ich schon bei QSO Nummer 7. Mit JN79, JN69, JO60, JN99, JN89 sammle ich fleißig Großfelder. OK1IV? auf 144,257 MHz ist von einer zweiten Station überlagert, ich bekomme das Rufzeichen nicht mit und dann ist OK1IV? weg. Da ruft doch ein F4? Flugs die Antenne um 180° gedreht. Tatsächlich, da ruft F4FLU aus JN27VF und um 11:19 MEZ steht er auch schon im Log. Um 11:25 finde ich Erhard, DF9ME/p, auf 144,255 MHz CQ rufend. Ich hatte ihn vorher schon ein paar OK-Stationen anrufen gehört, aber keine Gelegenheit gefunden ihn auf eine andere Frequenz zu lotsen. Nach dem Austausch der Bergreferenzen für das S2S nehmen wir uns die Zeit für eine kurze Unterhaltung über Wetter und Bedingungen. Als ich schon weiterdrehen will, ruft Thomas, DC1TRX, Erhard an und nach dem QSO überläßt mir Erhard kurz die Frequenz zur Kontaktaufnahme mit Thomas. Wir machen höflich QSY auf die 144,260 MHz für ein kurzes QSO. Wieder auf der Jagd arbeite ich gerade OK6TT auf 144,210 MHz, als sich Manfred, DL9NDK, bemerkbar macht. Nach Frequenzwechsel auf die 144,205 MHz schenkt mir Manfred das Großfeld JO50, das QSO ist damit 584 Punkte wert. Manfred nochmal vielen Dank für das QSO. Nach SP6KEP ist OK1VDJ die letzte Station im Wettbewerbszeitraum des OK-Contests. Ich überlege schon, auch selbst die Segel zu streichen.
Doch etwas später höre ich HG1DRD, wie üblich zeigt das geizige S-Meter des FT-817 keine Feldstärke an. Mehrmals werde ich als DB7MMG gehört, zwei Buchstaben im Suffix mit portable sind eine Steilvorlage für solche Fehler. Doch nach mehreren Anläufen hat es HG1DRD verstanden und bescheinigt mir neben dem obligatorischen Contest-Rapport 59 ein "excellent signal", wohl weil er die Antenne nachgedreht hat. Kurz darauf arbeite ich 9A0V, 9A8D und S57O. Der 9A- oder S5-Contest bringen schöne Verbindungen, der bewölkte Himmel dafür aber auch einige Schneegraupel. Als ich S56P anrufe, wackelt die Antenne kräftig in den Sturmböen, das Wetter wird zunehmend unfreundlich. Ich finde eine Station aus JN59KK mit Erhard im QSO - mein eigenes Großfeld habe ich noch nicht im Log. Leider fehlt mir das Rufzeichen der Station. Also nach Erhards QSO reingerufen - Stille. Zweiter Versuch - Stille. Jetzt rufe ich explizit die Station in JN59KK und schließlich kommt Michael, DK2KK, zurück. Er hatte gar nicht vermutet, daß ich ihn anrufe. Weiter auf der Jagd nach Contest-Stationen höre ich HG6IDZ aus dem Rauschen auftauchen und darin wieder verschwinden, unwiederbringlich. S56O ist jetzt mit 55 auf dem geizigen S-Meter des FT-817 deutlich stärker als zuvor, nur leider schon im Log. Aber 9A9I und 9A2DM sind nochmal je über 550 km entfernt. Kurz vor Ende des GMAC-Wettbewerbszeitraums höre ich 9A7D, er aber mich nicht. "Callsign?" fragt er, zu mehr reicht es nicht. Was macht eigentlich mein Akku? 11,7 V in den Modulationsspitzen, da dürfte die kleine Alinco-PA schon merklich weniger Leistung machen. Jetzt zählt jedes dB! Also schnell auf den zweiten LiFePO4-Akku umgesteckt und erneut angerufen. Jetzt klappt's, obwohl auch der zweite Akku gut gekühlt seine Leistung nur unter deutlichem Spannungsabfall abgibt. Egal, 691 km um 12:59 MEZ, das war das letzte QSO.

Bild
Der Blick vom Aussichtsturm Richtung Thurndorf mit Auto in DX-Entfernung für die Funkfernbedienung (rote Markierung).

Beim Abbau wünsche ich mich bereits sehnlich ins warme Auto. Damit der Wunsch bereits beim Einsteigen erfüllt wird, krame ich die Fernbedienung der Standheizung aus der Hosentasche und drücke den Einschaltknopf. Die LED an der eiförmigen Fernbedienung blinkt hektisch orange: keine Funkverbindung. Das kann doch wohl nicht sein, gerade habe ich 760 km per Funk überbrückt und jetzt scheitere ich an 500 m mit Sichtverbindung! Verärgert über die mangelnden DX-Fähigkeiten der Fernbedienung stecke ich den Schlüsselbund wieder in die Tasche und verstaue die Station im Rucksack. Bevor ich den Turm verlasse, bekommt die Standheizung noch eine Chance, diesmal von der anderen Ecke des Aussichtsturms. Diesmal wird mein Tastendruck mit einer regelmäßig rot blinkenden LED bestätigt: Heizung läuft - geht doch.
Auf dem Rückweg zum Auto stelle ich fest, wie die Temperaturen über 0°C den nächtlichen Schnee bereits merklich dezimiert haben. Auf der Rückfahrt kurz vor Kronach setzt Regen ein, da habe ich mit dem Wetter ja wieder mal Glück gehabt.

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Re: GMAC-Thread

Beitrag von DL4TO » Fr 24. Nov 2017, 22:29

..da habe ich ja quasi beim Lesen mitgefiebert....,
vielen Dank für den tollen Bericht, der mich motiviert hat, auch mal wieder auf VHF aktiv zu werden.

Der letzte VHF-Kontakt zu Mario gelang mir 09/2015 von der Schwäbischen Alb, zu Pom hat‘s das letzte Mal im Dezember 2016 vom Vogelsberg aus gefunkt.
Das schreit quasi nach Wiederholung!
Ich bewundere die Ausdauer von euch, UKW vom Berg nach Bergfunkregeln ist m. E. herausfordernder als KW.
Und nun rührt Pom auch noch was an auf der „langen“ Mikrowelle..toll!

73 es awdh auf VHF!
Gerhard

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Re: GMAC-Thread

Beitrag von dg7acf » Di 5. Dez 2017, 23:01

Hier pass' auf, ne, 1A Bergfunkwitz:
Kommt 'nen Bergfunker zum Gipfel, da is' die Antenne im Auto.

Ahoi
Pom


PS: K4CK3!
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